Schaumburger Wochenblatt vom 17.10.2007

 

Streitschlichten hilft im Leben weiter
23 Schüler lernen in der Stadtschule die Grundregeln zur Schlichtung / Urkunden nach Ausbildung

 

RODENBERG (wm). Die Stadtschule hat schon zum zweiten Mal eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern zu Streitschlichtern ausgebildet. Acht waren es beim ersten Mal, jetzt weitere fünfzehn. Wer im letzten Schulhalbjahr die Ausbildung (in Klasse 6) mitgemacht hatte, bekam nun sein Zertifikat aus der Hand von Schulleiterin Brigitte Naber. Die 5. Klassen waren Zeuge der Übergabe. Ein Rollenspiel von ausgebildeten Schüler zeigte ihnen ein kleines Beispiel aus der Praxis: Wie aus lautstarkem Besitzanspruch („Meine!") ein Streit entsteht, wie Schüler eingreifen und ihn schlichten.

Die Schüler zeigen im Rollenspiel,
wie das Streitschlichten funktioniert

     
 


Die ausgebildete Schlichter mit Zertifikaten
und gelb-grünen Erkennungsschildern

Mit einer Geschichte von Herrn Streit und Herrn Böse, rund um einen Apfelbaum, wurde untermauert, was die Schulleiterin betonte: Streit führt zu nichts!"

"Schlichten" hört sich leichter an, als es ist. Aber man kann es systematisch lernen. Einige Grundregeln über Gesprächsführung, Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die Grenzen dessen, was sich erreichen lässt. Oder den Ablauf einer Schlichtung: Motive, Gefühle, Bedürfnisse herausfinden und nach einer Lösung suchen. Immer mit dem Ziel, dass die Streithähne ahne fremde Hilfe wieder miteinander auskamen.
Keine leichte Aufgabe also. Was verlangt sie vom freiwilligen Schlichter? Verschwiegenheit, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen. Neutralität; dass er alle Beteiligten gleichermaßen einbezieht und sich zurückhält im Gespräch. (Übrigens eine erstklassige Schulung fürs spätere Berufsleben.)
Für die Vermittlung dieser Kenntnisse sargten die Lehrerinnen Elke Bock und Svenja Lißewski zusammen mit der Schulsozialarbeiterin Ulrike Polke. „Fünf Kolleginnen und Kollegen an dieser Schule haben eine Ausbildung in Mediation absolviert (die weit mehr ist als Streitschlichtung)," sagt Brigitte Naber, „weitere fünf sind jetzt dabei, eine freiwillige Fortbildung."
Und die jungen Schlichter? Ihnen steht sogar ein Streitschlichterbüro zur Verfügung, aber in der Pause, wenn die Kampfhähne besonders leicht aneinander geraten, signalisieren auch gelb-grüne Schilder: Hier sind Schlichterinnen oder Schlichter vor Ort
Foto: wm

     
 

Zurück zum Pressespiegel