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Brigitte Naber
Schulleiterin

Günther Voigt
ehemaliger
Schulleiter
Foto: wm |
RODENBERG (wm). Als die
Stadtschule im vollbesetzten Forum das 100-jährige Jubiläum ihres
Stammhauses an der Langen Straße beging, verfehlte sie den genauen Termin
nur um fünf Tage. Es ging aber noch genauer: Die Einweihung des
Schulzentrums Suntalstraße, des heutigen Domizils, lag mit einem einzigen
Tag Abweichung 30 Jahre zurück. Also noch ein Anlass zum Feiern!
Schulleiterin Brigitte Naber skizzierte kurz die Geschichte des
hundertjährigen Schulbaus an der Aue; ohne sehr ins Detail zu gehen, denn
bei der Feier in der Julius-Rodenberg-Schule war das Wichtigste bereits
zusammengefasst worden. An die Schilderungen der erbärmlichen
Raumverhältnisse vor dem Schulbau knüpfte aber Jobst-Hinrich Wöbbeking mit
dem Thema an: „Das Schulwesen zur Zeit Wilhelm Buschs." Der ehemalige
Konrektor ist ausgewiesener Busch-Spezialist und konnte deshalb seine
Beobachtungen aus der einklassigen Dorfschule, die Armut und das Bild vom
Fehlen der Schüler (weil sie zu Haus gebraucht wurden) immer mit passenden
Versen des Weisen aus Wiedensahl würzen. Frenetischer Beifall. Günter
Voigt erzählte aus seinen langen Jahren (bis 1996) als Rektor der
Stadtschule. Er griff noch etwas weiter zurück und stellte
Entwicklungsphasen dar. Wie die einklassigen Dorfschulen die Schüler des
1962 eingeführten 9. Schuljahrs nun plötzlich in Jahrgangsklassen von
Stadtschulen abgeben mussten. So wurde auch die Stadtschule Rodenberg zur
Mittelpunktsschule, mit allen Konsequenzen bis hin zum Schülertransport.
Die Dorfschulen verloren nach und nach ihre Stellung als wichtiger
kultureller Mittelpunkt; zwar wurde der Unterricht perfekter; aber es
stellten sich auch Begleiterscheinungen wie Unruhe, Schwänzen und Gewalt
ein. Günter Voigt wusste von den neuen Strukturen herzu erklären, warum in
Rodenberg ständig an gebaut werden musste': Nun auch 7. Klassen in die
Mittelpunktschule, Differenzierter Mittelbau als Vorstufe zur Realschule (promt
war das Schulzentrum Suntalstraße nötig), Orientierungsstufe, Sporthalle,
reibungslose Übernahme der Realschule Bad Nenndorf. Ein überraschendes
Ergebnis aus Voigts Zeiten: 1979 gab es in Rodenberg 25 % Hauptschüler,
1996 nicht etwa weniger, sondern 27 %. Der Realschulrektor a. D. fasste
zusammen: Überhaupt kein Zweifel, die tief greifenden Veränderungen waren
ein notwendiger Prozess. Ihm lauschte eine große Zahl Zuhörer vom Fach:
Sein unmittelbarer Nachfolger Horst Asche, mehrere Konrektoren a. D., das
heutige Lehrerkollegium. Und die Gäste aus Politik und Verwaltung, die
ständig mit Schulen zu tun haben.
Landrat, Regierungs-Schulfachleute,
Samtgemeindebürgermeister (aus Rodenberg Uwe Heilmann, aus Bad Nenndorf
der Stellvertreter Werner Tatge). Das Programm wurde aufgelockert durch
zwei Schüler-Moderatorinnen aus der 10RS und verschiedene Darbietungen. Zu
Anfang spielte Frederieke Tambaur am Piano ein „Pop Prelude". Eine große
Trommelgruppe aus der Klasse 5R2 trat in Aktion; Lehrerin Gertin Johnson
erklärte, dass die Instrumente aus Blumentöpfen mit Butterbrotpapier
bestehen. Die Lehrerband unter Horst Gietschel trat mehrmals auf, mit und
ohne Gesangssoli. Sie überzeugte dermaßen, dass gefragt wurde: „Wo kann
man sie unter Vertrag nehmen?" Seine Gaudi hatte man bei „Montag 1.
Stunde", einem lebendigen Klassenbild mit „Lehrer Steinbeißer". Alles sehr
sorgfältig vorbereitet und eingeübt.
Es fehlt aber noch einiges, über das unbedingt zu berichten ist: die
Grußworte der Gäste, die aktueller ausfielen, als man das meist vermutet
(es gibt in Rodenberg viel zu loben, aber auch neu in Gang zu bringen);
den interessanten Ausblick von Schulleiterin Brigitte Naber und den
Rundgang nach Schluss, durch die Ausstellung über Arbeit und Leben in der
heutigen Stadtschule („klein" war sie in der Einladung angekündigt, in
Wirklichkeit aber viel mächtiger). Das also wird nachgeholt. Brigitte
Naber unterrichtete ihre Gäste noch davon, dass nun - 30 Jahre nach dem
Umzug an die Suntalstraße - die letzten Klassen der Stadtschule den
Gebäudekomplex an der Aue verlassen. Jetzt ist man komplett hier angekommen.
Die Schulleiterin hatte auch herausgefunden, von wem der Ausspruch „die
schönste Schule des Kreises" im Jahr 1907 eigentlich stammte: der damalige
Landrat v. Ditfurth sagte ihn am Einweihungstag.
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