Schaumburger Nachrichten vom 11.01.2008

 

Jugendliche wählen ihr eigenes Parlament

 

Kandidatensuche in den Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg hat begonnen /
Jeweils elf Sitze zu vergeben

 

Die Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg haben die Vorbereitungen zur Wahl eines Jugendparlaments abgeschlossen. Alle 14- bis 17-Jährigen Einwohner der Samtgemeinden können am 20. und 21. Februar wählen. Zurzeit werden die Kandidaten gesucht. 11 Sitze sind in den Parlamenten jeweils zu vergeben.
RODENBERG/NENNDORF.
„Wir hoffen, dass der Versuch funktioniert", sagt Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann, der zusammen mit seinem Nenndorfer Amtskollegen Bernd Reese die Grundlagen für die Konstituierung eines Jugendparlaments vorstellte. In engem Schulterschluss der beiden Samtgemeinden seien
die Planungen und Vorbereitungen gelaufen, betont Heilmann. „Wir wollen den Jugendlichen auch Betätigungsfelder bieten, und sie sollen uns
ihrerseits Impulse geben", stellt er sich die Arbeit
des 'Parlaments vor. „Wir helfen nicht nur bei der Geburt, sondern bleiben auch weiter der erste Ansprechpartner", sagt Reese.
Die Verwaltungen haben die rund 500 wahlberechtigten Jugendlichen einzeln angeschrieben und eng mit vier Schulen zusammengearbeitet.
Im Gymnasium Bad Nenndorf, der Stadtschule Rodenberg, der IGS Stadthagen und der KGS in Barsinghausen wurden die Schüler aus Nenndorf und Rodenberg angesprochen. Dort werden am Mittwoch, 20. Februar auch die Wahlurnen aufgestellt und die Jugendlichen geben ihre Stimme für die Kandidaten der jeweiligen Samtgemeinde ab. Am Donnerstag,
21. Februar, können die rund 20 Prozent, die über diesen Weg nicht erreicht werden, in den Rathäusern von 8 bis 18 Uhr wählen.

 

Uwe Heilmann und Bernd Reese (hinten) bescheinigen Günther Wehrhahn und Andre Lutz einen erheblichen Aufwand
an Arbeit zur Umsetzung der Jugendparlamentswahl.   Jakobs

 


Bis zum 18. Januar haben Bewerber für einen Sitz im Jugendparlament Zeit, ihre Kandidatur bei den Verwaltungen einzureichen. Entsprechende Bewerbungsbögen wurden verteilt, weitere gibt es in den Rathäusern. „Ich habe eine Illusion, dass man über diesen Weg an viele Jugendliche kommt und Gruppen erreicht", sagt Heilmann. Das Jugendparlament solle bei allen Themen, die ihre Interessen berühren, mitsprechen und Vorschläge machen. „Sie sollen Schwerpunkte setzen", möchte Reese. „Es liegt an uns sie ernst zu nehmen", hebt Heilmann hervor.
Die Parlamente in Nenndorf und Rodenberg werden für zwei Jahre ge­wählt. Einziehen werden die Jugendlichen die die meisten Stimmen bekom­men. Jeder Wähler hat drei Stimmen. Diese können auf verschiedene Kandidaten oder auf einen einzigen Kandidaten verteilt werden.
Die Vorbereitungen seien mit einem „erheblichen Aufwand" verbunden gewesen, sagt Heilmann. In Rodenberg war Hauptamtsleiter Günther Wehrhahn verantwortlich, in Nenndorf der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Andre Lutz. In den Verwaltungen hofft man deshalb auch darauf, dass das Projekt erfolgreich wird. Die Arbeit geht auch dann weiter. „Die Jugendlichen konstituieren sich alleine, wählen einen Jugendbürgermeister und geben sich eine Geschäftsordnung, aber wir begleiten das", sagt Wehrhahn.
Sogar Sitzungsgeld gibt es für die künftigen Parlamentarier, denn die Verwaltungen nehmen an, dass Fahrsund Telefonkosten entstehen, die ausgeglichen werden sollen. Doch jetzt warten die Behörden erst einmal auf Kandidaten. Nach Meinung von Lutz ist dann auch noch genug Zeit, dass die Bewerber auf sich aufmerksam machen können. Rund vier Wochen haben die Jugendlichen 'für ihren Wahlkampf. bab

     
 

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