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Sechs Schaumburger
Lehrerinnen hat der Kreisschulpsychologe Bernd Deseniß Zertifikate zur
bestandenen Beratungslehrer-Fortbildung überreicht. Im Zuge der feierlichen
Zeugnisübergabe sprachen die SN mit den sechs Frauen über Ihre neuen
Aufgaben und Möglichkeiten.
STADTHAGEN.
„Beratungssituationen kommen im Schulalltag schnell zustande", schildert
Sabine Kühn. „Zum Beispiel kann sich ein Klasse Klassenlehrer an mich
wendet, weil unter seinen Schülern gemobbt wird."
Aber nicht nur Lehrer, auch Eltern und Schüler zählen zu den „Klienten" der
Beratungslehrer. Verhaltensauffälligkeiten, Konfliktmoderationen unter
Schülern aber auch Konfliktlösungen zwischen Lehrern und Schülern sowie
Essstörungen zählen zu ihrem Aufgabengebiet. „Wir greifen dort ein, wo
Eltern und Lehrer nicht mehr weiter wissen", sagt Petra Frief.
Schule beschränkt sich nicht auf Unterricht und Zensuren, sie ist auch
persönlicher Kontakt zu Schülern, so die Meinung der frischgebackenen
Beratungslehrerinnen. Mit der Fortbildung kann man sich sehr viel intensiver
mit ihnen auseinandersetzen, als das bisher der Fall war. „Man kann Schüler
so besser in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und der Bedarf an
den Schulen ist da", findet Tina Günther.
Zugute kommen den Beratungslehrern dabei drei Anrechnungsstunden, die sie
weniger unterrichten und für ihre Beratungstätigkeit nutzen können. Einen
finanziellen Ausgleich gibt es nicht. „Für Konfliktlösungen muss man sich
als Lehrer Zeit nehmen, Zeit, die man meistens nicht hat. So hat man einen
Zeitrahmen dafür". erklärt Günther.
Zusätzlich fungieren die Beratungslehrer als Schnittstelle zwischen
unterschiedlichen Institutionen wie zum Beispiel dem Jugendamt, dem
Frauenzentrum und der Drogenberatung. Eine thematische Verknüpfung
ermöglichen die Beratungslehrer darüber hinaus zwischen den Bereichen
Psychologie und Pädagogik.
„Wie funktioniert Lernen?" ist nur ein Themenbereich, der den
Beratungslehrer vermittelt wird. „Ein Bereich, den alle Lehrkräfte gut
gebrauchen könnten - jeder Lehrer bräuchte diese Ausbildung," meint
Kreisschulpsychologe Deseniß.
In Niedersachsen gibt es zurzeit 1 700 bis 1 800 Beratungslehrer. Die
Fortbildung wird jährlich von der Außenstelle Stadthagen der
Landesschulbehörde ausgeschrieben. Pro Studienzirkel können zehn Personen
teilnehmen. web |