Schaumburger Nachrichten vom 25.02.2008

  "Jeder Lehrer bräuchte diese Ausbildung"
Sechs Schaumburgerinnen absolvieren Beratungslehrer-Fortbildung
 

 

Bestanden: Jutta Roth (von links), Wiebke Rohland, Sabine Kühn, Tina Günther, Petra Frief
und Inga Woltmann freuen sich mit Kreisschulpsychologe Bernd Deseniß über ihre
Weiterbildung zu Beratungslehrerinnen      
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 Sechs Schaumburger Lehrerinnen hat der Kreisschulpsychologe Bernd Deseniß Zertifikate zur bestandenen Beratungslehrer-Fortbildung überreicht. Im Zuge der feierlichen Zeugnisübergabe sprachen die SN mit den sechs Frauen über Ihre neuen Aufgaben und Möglichkeiten.

STADTHAGEN. „Beratungssituationen kommen im Schulalltag schnell zustande", schildert Sabine Kühn. „Zum Beispiel kann sich ein Klasse Klassenlehrer an mich wendet, weil unter seinen Schülern gemobbt wird."
Aber nicht nur Lehrer, auch Eltern und Schüler zählen zu den „Klienten" der Beratungslehrer. Verhaltensauffälligkeiten, Konfliktmoderationen unter Schülern aber auch Konfliktlösungen zwischen Lehrern und Schülern sowie Essstörungen zählen zu ihrem Aufgabengebiet. „Wir greifen dort ein, wo Eltern und Lehrer nicht mehr weiter wissen", sagt Petra Frief.
Schule beschränkt sich nicht auf Unterricht und Zensuren, sie ist auch persönlicher Kontakt zu Schülern, so die Meinung der frischgebackenen Beratungslehrerinnen. Mit der Fortbildung kann man sich sehr viel intensiver mit ihnen auseinandersetzen, als das bisher der Fall war. „Man kann Schüler so besser in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und der Bedarf an den Schulen ist da", findet Tina Günther.
Zugute kommen den Beratungslehrern dabei drei Anrechnungsstunden, die sie weniger unterrichten und für ihre Beratungstätigkeit nutzen können. Einen finanziellen Ausgleich gibt es nicht. „Für Konfliktlösungen muss man sich als Lehrer Zeit nehmen, Zeit, die man meistens nicht hat. So hat man einen Zeitrahmen dafür". erklärt Günther.
Zusätzlich fungieren die Beratungslehrer als Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Institutionen wie zum Beispiel dem Jugendamt, dem Frauenzentrum und der Drogenberatung. Eine thematische Verknüpfung ermöglichen die Beratungslehrer darüber hinaus zwischen den Bereichen Psychologie und Pädagogik.
„Wie funktioniert Lernen?" ist nur ein Themenbereich, der den Beratungslehrer vermittelt wird. „Ein Bereich, den alle Lehrkräfte gut gebrauchen könnten - jeder Lehrer bräuchte diese Ausbildung," meint Kreisschulpsychologe Deseniß.
In Niedersachsen gibt es zurzeit 1 700 bis 1 800 Beratungslehrer. Die Fortbildung wird jährlich von der Außenstelle Stadthagen der Landesschulbehörde ausgeschrieben. Pro Studienzirkel können zehn Personen teilnehmen. web

     
 

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