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Die Samtgemeinde Nenndorf hat ihren ersten Jugendbürgermeister. Das
Jugendparlament hat gestern in seiner konstituierenden Sitzung den
16-jährigen Bad Nenndorfer Arthur Weidenkeller gewählt. Mit im Vorstand
sitzen außerdem Sabrina Siebel und Kati Sali Salim.
BAD NENNDORF. Den ersten Beweiß
eines demokratischen Bewusstseins hat das neue Jugendparlament schon in
seiner konstituierenden Sitzung angetreten. Die neun anwesenden Mitglieder
wählten gestern mit Arthur Weidenkeller denjenigen Vertreter in das Amt des
Jugendbürgermeisters, der auch bei der Wahl im Februar mit Abstand die
meisten Stimmen auf sich vereinigt hatte. Seine Vertreterinnen heißen
Sabrina Siebel und Kati Sali Selim.
Für die sechs Mädchen und drei Jungen war das Abstimmen eher noch ungewohnt.
Als Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese sie zuvor eingangs der Sitzung
gefragt hatte, ob sie das Wahlergebnis denn anerkennen würden, blieben die
Hände erst einmal unten und die Runde schaute sich fragend an - bis
Weidenkeller als Erster die Hand hob und der Rest folgte.
Damit schlüpfte er gleich am Anfang in seine neue Rolle. Denn der 16-jährige
Gymnasiast ist nicht nur erster Repräsentant und Ansprechpartner für die
Jugendlichen und die Verwaltung, sondern leitet von nun an die - für alle
öffentlichen - Sitzungen des Parlamentes. Das soll sich um alle
Angelegenheiten der Nenndorfer Jugend kümmern und bekommt zwei Sitze im
Jugendausschuss der Samtgemeinde. Zudem können sich die Mitglieder in den
öffentlichen Fachausschüssen einbringen und dort auch Anträge stellen.
Das Gremium, in dem gestern zwei Mitglieder fehlten, segnete auch die von
der Verwaltung vorbereitete Geschäftsordnung ab, die sich aber auch ändern
lässt. „Das ist nur eine Richtschnur", erklärte Reese. Darin enthalten ist
unter anderem, dass die Teilnahme an den Sitzungen verpflichtend ist. Wer
dreimal unentschuldigt fehlt, dessen Mandat gilt als niedergelegt. Zudem
wird die Redezeit der Mitglieder auf fünf Minuten begrenzt. Das gehe laut
Reese auf Erfahrungen aus anderen Kommunen zurück. Sonst könnte aus dem
Parlament eine „Laberstube" werden, „in der viel geredet, aber nichts
gemacht wird".
Allerdings gehe es nicht nur darum, bei jugendrelevanten Fragen die Politik
zu begleiten. Das Jugendparlament könne sich mit eigenen Ideen und Aktionen
einbringen und werde dabei finanziell unterstützt. Auch wenn die Mitglied
nach der Satzung künftig eigenständig tagen und ihr Tun selber protokolliere
sollen, steht die Verwaltung laut Reese helfend zur Seite. Er sagte darüber
hinaus zu, den Dialog zu den Mitglieds gemeinden herzustellen. Alle Parteien
hätten ihre Hilfsbereitschaft signalisier der Rat stehe mit breiter Mehrheit
hinter dem Jugendparlament.
rwe
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