Schaumburger Nachrichten vom 08.10.2008

  Jugendarbeit: Weiter mit 400-Euro-Job
 

Ausschuss diskutiert über Modelle der Jugendbetreuung und plädiert für geringfügige Beschäftigung

 

Der Jugendausschuss des Rates der Stadt Rodenberg hat empfohlen, die Stelle der Jugendbetreuerin im „Magie Hause" wieder. auf 400-Euro-Basis zu besetzen. Auch andere Möglichkeiten wurden vom Gremium diskutiert. Der regelmäßige Wechsel des Personals an der Stelle wird als negativ angesehen.

RODENBERG. „Wir sollten schnellstmöglich wieder ein Angebot schaffen", forderte der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Ralf Sassmann (WGR). Ausschussvorsitzende Catrin Döpke (SPD) war bei der Sitzung der Meinung ihres Stellvertreters, die 400Euro-Stelle schnellstmöglich wiederzubesetzen. „Wir sollten nicht zu lange abwarten, wenn erst eine Lücke entstanden ist, ist es schwer, das wieder aufzubauen."
Den ständigen Personalwechsel auf der Jugendpflegestelle empfinden Ratsmitglieder und auch Beisitzer als problematisch. Ein längerfristiger Vertrag hätte Vorteile, meinte Sassmann. „So sind wir alle 24 Monate dabei, uns eine neue Kraft zu suchen", bemängelte er. Beisitzerin Tina Böhm meinte, dass die Vertrauensbasis zwischen Jugendlichen und Betreuerin dann„ wieder dahin ist". Jana Bredemeier, Mitglied des Jugendparlaments der Samtgemeinde, bestätigte das. „Das ist ein Problem."

Sassmann regte an, interkommunale Zusammenarbeit in Betracht zu ziehen, beispielsweise mit dem Auetal. So könne Rodenberg sich an einer festen Jugendpflegestelle einer anderen Kommune beteiligen. SPD-Fraktionssprecher Hans Dieter Brand hält das aus arbeits- und haftungsrechtlichen Gründen für keine gute Idee. „Lasst die Finger davon", riet er. Man müsse zudem erst die Beratungen auf Samtgemeindeebene abwarten.
Nach Meinung Peter Friedrichkeits (SPD) stehen die finanziellen Bedingungen gegen eine feste Mitarbeiterin auf Samtgemeindeebene. Bei der Einstellung eines Jugendpflegers müsse die Samtgemeinde die Umhage um einen Punkt erhöhen. Für Rodenberg als Stadt bedeute das, sie müsse 50 Prozent der Kosten tragen, gab er an.
Den Beisitzern ging es weniger um die Kosten als um die Wünsche der Jugend. Fred Angerstein berichtete von Gesprächen mit Heranwachsenden. Diese verstünden nicht, wieso in Bodenberg nicht Ähnliches wie in Bad Nenndorf angeboten werde. Jugendarbeit auf 400 Euro-Basis ist für Angerstein ohnehin „Pipi-fax", nur eine feste Stelle nütze den Jugendlichen wirklich.
CDU-Fraktionssprecher Carsten Schulz lies sich das Rodenberger Angebot nicht madig machen, er erinnerte vehement daran, dass es sich um ein freiwilliges Angebot handele. „Das ist nagen
türlich eine Achillesverse", sagte er zu den Modalitäten des 400-Euro-Jobs. „aber es ist ein freiwilliges Angebot der Stadt und das ist besser als gar nichts",. Mehr könne Rodenberg nicht machen, „leider nicht".
Bis zur Gründung der IGS in Rodenberg soll nun vorerst die 400-Euro-Stelle besetzt werden, empfahl der Ausschuss. Dann müsse wegen des Nachmittagsunterrichts geprüft werden, ob sich die Jugendlichen darüber hinaus im „Magie House" treffen würden, so Sass mann.
Laut Informationen aus dem Kreistag biete die künftige IGS nicht jeden Tal Nachmittagsangebote, so Ignaz Stegmil ler (FDP). Er rechne deshalb auch späte mit einer Nachfrage. Döpke fügte in Sa eben IGS hinzu, dass abzuwarten sei, ob die Schule Ansprüche auf Nutzung de landkreiseigenen „Magie House" anmelde.   bab

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