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Eine Natur- und Umwelt AG existiert schon seit
mehr als zwanzig Jahren, die Teilnahme daran ist freiwillig. Seit dem
Schuljahr 2007/2008 wird in der Schule zusätzlich auch der Wahlpflichtkurs
"Umwelt" jeweils für die Klassen 6 RS und 7 RS angeboten. Zeitweilig gab es
bei uns auch eine Freiwilligen-AG der 8. und 9. Hauptschulklassen, deren
Teilnehmer sich nachmittags freiwillig an Bauarbeiten
( z. B. Errichtung der Beobachtungsstation)
beteiligten.
Betrachtete Lebensräume:
Unser Schulzentrum befindet sich in Ortsrandlage. Die betrachteten
Lebensräume sind alle zu Fuß in fünf bis fünfundzwanzig Minuten zu
erreichen.
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1. Das Fließgewässer Rodenberger Aue
Innerhalb von
fünf Minuten erreicht man die Rodenberger Aue. Hier haben wir neben
chemischen und physikalischen Gewässeruntersuchungen auch die Gewässergüte
mit dem Saprobienindex bestimmt. Köcherfliegenlarven, Eintagsfliegenlarven,
aber auch Mühlkoppe und Regenbogenforelle legen die Gewässergüte II nahe. Um
besser am Gewässer arbeiten zu können, haben wir Kontakt zum
Wasserunterhaltungsverband 53 aufgenommen, der es uns gestattete auf seinem
Ufergrundstück einen massiven Arbeitstisch zu installieren. Dieses
"Klassenzimmer am Fluss", wie wir es nennen, bietet uns weiterhin die
Gelegenheit, seltene Vögel an Fließgewässern zu beobachten. Wasseramsel und
Gebirgsstelze sowie der Zaunkönig sind hier immer wieder anzutreffende
Arten. Der Aufenthalt in der Natur in der Nähe des plätschernden Gewässers
gibt uns Anlass zur Wahrnehmungsschulung: konzentriertes Horchen bei
geschlossenen Augen auf die Umgebungsgeräusche
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2. Die Streuobstwiese Dreyer
Etwa zehn Minuten Fußweg von unserer Schule
entfernt befindet sich eine Streuobstwiese mit ca.
90 alten Obstbäumen, überwiegend Apfelsorten, die zur nahe gelegenen Domäne
gehören. Vom Pächter der Domäne, Herrn Dreyer haben wir uns die Erlaubnis
zur Betretung der Wiese geben lassen. Im Gegenzug haben wir ihm angeboten,
für eine ökologische, naturverträgliche Schädlingsbekämpfung zu sorgen. Seit
6 Jahren hängen 17 über die Wiese verteilte Vollhöhlen an den Obstbäumen.
Zwei Mal im Jahr kontrollieren wir die Nistkästen: im Februar, um die Kästen
zu säubern; im Mai/Juni, um den Bruterfolg festzustellen. Regelmäßig finden
wir in den Kästen Blau- und Kohlmeisenbruten sowie in mehr als der Hälfte
der Fälle Feldsperlingsnester. Nur wenige Kästen bleiben unbesetzt. Immer
wieder ist es erforderlich, Kästen zu reparieren; mal ist die Aufhängung
nachzubessern, ein anderes Mal müssen die Einfluglöcher mit einem metallenem
Spechtschutz versehen werden. Interessant sind für uns auch die
Beobachtungen an ausgefaulten Astlöchern, den so genannten Naturhöhlen, die
ebenfalls gern angenommen werden.
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3. Die Beobachtungshütte an den Schönungsteichen
Im Jahre 2002 unternahmen wir eine Exkursion an die Schönungsteiche der
Kläranlage Rodenberg, um dort Wasservögel zu beobachten. Bei dieser
Gelegenheit entstand die Idee, einen festen Unterstand zu bauen, der uns vor
Witterungseinflüssen schützen und uns die Möglichkeit zur störungsfreien
Beobachtung aus einem Tarnversteck bieten sollte.
Nachdem wir von der Rodenberger Verwaltung die Erlaubnis zur Errichtung
einer Hütte erhalten hatten, begann Herr Bredemeier (Fachlehrer für Arbeit/
Wirtschaft) mit SchülerInnen der 8. und 9. Hauptschulklassen mit dem Bau
einer Beobachtungshütte. Im Laufe eines halben Jahres erstellten diese
SchülerInnen freiwillig an mehreren Tagen in der Woche die Hütte. Mit Rat
und Tat wurden sie dabei unterstützt von einem Bauunternehmer, einer
Zimmerei und einem Landwirt, der mit seinem Trecker mit Frontlader die
vorbereiteten Fertigteile auf die Betonpfosten hob, wo sie anschließend
zusammen geschraubt wurden.
Inzwischen haben wir an der Hütte einige Verbesserungen und Ergänzungen
vorgenommen.
So haben wir die Wände an zwei Stellen aufgeschnitten und von außen jeweils
einen Nistkasten, dessen Rückseite wir ebenfalls aufgeschnitten haben,
angebracht. Durch eine Plexiglasscheibe können wir nun aus dem Hütteninneren
die Bewohner bei Nestbau, Brutgeschäft und Jungenaufzucht ungestört
beobachten.
Weiterhin haben wir die großen Beobachtungsluken, die einem der Teiche
zugewandt sind, mit Schilfrohrmatten versehen. Wir haben nämlich
festgestellt, dass die Wasservögel, sobald wir die Luken öffneten, in die
Teichmitte schwammen. Nun, nachdem die Schilfmatten einen Tarnanstrich
erhalten haben, und wir kleine Sehschlitze in sie hinein geschnitten haben,
lassen sich die Wasservögel sehr gut aus der Nähe betrachten.
In der Hütte liegt ein Tagebuch, in das jeder Besucher seine Beobachtungen
einträgt.
In diesem Jahr haben wir folgende Wasservögel beobachten können:
Reiherenten, Tafelenten, Stockenten, Blässhühner, Teichhühner, Höckerschwäne
bei der Brut und Jungenaufzucht, Nilgänse sowie Zwergtaucher.
In der unmittelbaren Umgebung der Hütte, an deren Rückseite die Rodenberger
Aue entlang fließt, haben wir insgesamt 37 Vogelarten festgestellt, darunter
den Eisvogel, den Schwarzstorch sowie einen Sperber bei der Jagd nach
Bachstelzen.
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