| |
„Kann ich nicht" war gestern:
Inspiriert und angeleitet vom Zirkus „ZappZarap" aus Leverkusen haben
Rodenberger Stadtschüler in einer beeindruckenden Vorstellung gezeigt, was
man erreichen kann - auch wenn nur ein Vormittag zum Proben bleibt.
RODENBERG. „Ich habe den Zirkus auf einer Messe für Lehrer gewonnen",
berichtet Schulleiterin Brigitte Naber, wie die Stadtschule in den Genuss
gekommen ist, einen Tag lang zur Zirkusbühne zu werden. „Das war ein
Supergeschenk", bilanziert sie nach einer Stunde Bühnenshow ihrer
Schützlinge.
Im vollbesetzten Forum präsentieren Nachwuchsartisten aus den fünften,
sechsten und siebten Klassen ein buntes Programm. Gefragt sind Geschick,
Körperbeherrschung und Teamarbeit. Vor allem aber Mut. Der Umgang mit den
Feuerfackeln und ein Gang über einen Scherbenhaufen erfordern höchste
Konzentration. Getreu dem Motto „Kannst du nicht, war gestern, heute ist
Zirkus" wagen einige frischgebacken Fakire den beherzten Sprung in die
Glassplitter. Als ein Nagelbrett auf die Bühne getragen wird, geht ein
Raunen durch den Saal. Ein Junge legt sich mit nacktem Oberkörper auf die
stachelige Unterlage; ein Mädchen steigt auf dessen Rücken. Gespannte Stille
im Publikum. Jüngere Geschwister der Protagonisten klammern sich an ihre
Mütter. Dann erleichtertes Aufatmen: Der junge Fakir erhebt sich ohne
Blessuren und badet im Beifall.
Die Schüler beherrschen nach wenigen Stunden Unterricht bei den Profis fast
das ganze Repertoire bekannter Zirkusattraktionen: vom Schleiertanz,
Balancieren von Tellern, Touren auf dem Einrad bis zur Akrobatik mit
Leitern.
Und keine Zirkusvorstellung ohne Clowns: Schon zu Beginn lassen sich die
Schüler in einer Reihe auf dem Bühnenrand nieder und tuscheln in „Stille
Post" Manier „noch nicht". Minuten später folgt das „na endlich" - und alle
wechseln das Bein. Wo Feuerspucker aktiv sind, ist die Feuerwehr nicht weit.
Ein ganzer Trupp packt mit an und schleppt einen meterlangen Löschschlauch
auf die Bühne. Schade nur, dass die Wasserversorgung nicht funktioniert. Der
„Löschmeister" am Anfang der Leitung greift letztlich zu einer effektiven
Notlösung: Er nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche und spuckt mit einem
gezielten Strahl die Kerze aus. „Ihr habt uns heute ganz viel Freude
gemacht", lobt die Schulleiterin zum Schluss. „Ich hätte niemals gedacht,
dass man an einem Vormittag so ein Programm auf die Beine stellen kann." tes |