Schaumburger Nachrichten vom 13.12.2010

   
 

Das Schmuddelwetter schreckt die Besucher nicht
 

 

Strahlende Gesichter, Kunsthandwerk, Dekoartikel, Geschenkideen, Mitmachaktionen, kulinarische Verlockungen, heiße Getränke, Illuminationen und ein Feuerwerk: Das alles hat den Weihnachtsmarkt in Bad Nenndorf zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Bad Nenndorf (tes).
Vrolik Kerstfeest (Niederländisch), Noeliniz Ve Yeni Yiliniz Kutlu Olsun (Türkisch) oder Feliz Navidad (Spanisch). In der Budenstadt im Kurpark und der Wandelhalle gab es viele Varianten, sich ein schönes Weihnachtsfest zu wünschen im Gespräch mit den zahlreichen Besuchern aus nah und fern. Guido und Elke Schoenen aus Vaals in den Niederlanden ließen sich am Stand der DLRG-Ortsgruppe mit Glühwein verwöhnen, während einige Spanier in geselliger Runde unter dem Hamburger Dach das rote Heißgetränk als heiße Sangria bezeichneten. Edeltraud Sedlaczek aus Osnabrück und Nichte Christa Riebner aus Haste freuten sich, „dass nicht so ein Gedränge ist“. Riwan, Yasmin und Sarah fanden Kinderanimateur „Rollo“ cool und lauschten gebannt der Märchenerzählerin. Für die passende Musik sorgten in der Musikmuschel blaue Weihnachtsmänner.

 

Die Stadtschüler Philipp (links)
und Kevin an der Modellbahn.

 


„Blaue Weihnachtsmänner gibt es nur in Bad Nenndorf“, ulkte Gastwirt Emin Ayyildiz. Offen blieb, ob es am Raki gelegen hat, den sein Team dem kostümierten Orchestersound Petershagen gereicht hatte. Die Vielfalt überzeugte indes. „Dieser Weihnachtsmarkt ist gemütlich und nicht so kommerziell“, meinte Ayyildiz, der zugunsten der Jugendsparten von Feuerwehr und Schwimmverein ausschenkte.
Die gute Stimmung wurde am Sonnabend kurz durch Schreie auf der Bühne gestört. Eine Windböe hatte die Notenblätter der Junior-Big-Band weggeweht, die ebenso wie später die Big Band des GBN mit viel Beifall bedacht wurden. „Ob es regnet oder schneit. Der Besuch auf diesem Markt ist ein Muss“, erklärte Klaus Pittack vom „Grandhotel Esplanade“ die positive Resonanz. „Duftende Tannen, Zimt, Orangen und Äpfel: Das ist für mich Weihnachten“, betonte Christa Reinke von „Floristik unterm Storchennest“. Die Aussteller seien wie eine Familie. Auch die Besucher kämen mittlerweile ganz gezielt, schätzten besonders die Handwerkskunst.

„Ich bin beliebt bei den Damen“, schmunzelte Klaus Ritzer, der vorführte, wie man aus Glas Perlen macht. Auch die Nachfrage nach handgefertigten Trachtenpuppen, Schürzen und Lavendelsäckchen war so groß, dass Sophie Mensching schon am Sonnabend ausverkauft war. „Da werde ich wohl eine Nachtschicht einlegen müssen.“

Das Erfolgsrezept erklärte ein weiterer Veteran des Marktes, Holzkünstler Sidney Crumplin: „Das ist Hobby, wie man den Preisen ansieht.“ Der Ansturm war groß. Kleine Startschwierigkeiten hatten die Aussteller im erstmals genutzten Atrium. Erst ein Hinweisschild lockte Kunden an.

Auch Marlis Kärner musste ihr Ziel, die Bunzlauer Keramik von Norbert Krämer aus Rodenberg, lange suchen. Auf der Bühne der Wandelhalle begeisterte die Modelleisenbahn der Stadtschule Rodenberg. Die Schalthebel in der Hand behielten Kevin und Philipp und zeigten, was entsteht, wenn Techniker und Sammler zusammenarbeiten. Eine Tasse für Papa, bemalte Leonie nebenan in der Bastelecke der sieben Damen von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, die zum zehnten Mal mit Kindern kreativ wurden.
 

 

WEITERE BILDER AUS DER BILDERGALERIE DER SN

   
       
 

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