Schaumburger Nachrichten vom 10.11.2011

   
  Bewaffneter Mann hält Stadtschule in Atem
 
 

Die Nerven verloren hat gegen Mittag des 10. Januar ein 35-jähriger Mann aus Helsinghausen, der nach einem Beziehungsstreit mit einem Kleinkalibergewehr das Haus verlassen hat. Die Ehefrau alarmierte daraufhin die Polizei, weil sie Angst um ihre Tochter hatte, die sich in der Stadtschule Rodenberg aufhielt.

Rodenberg (bab). Sofort leiteten Polizei und Schule entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ein, um ein Drama abzuwenden. Eine Katastrophe verhinderte der 35-jährige Vater schließlich selbst, indem er sich bei der Polizei in Seelze meldete und das Gewehr dort abgab.

Nachdem die Polizei gegen 13 Uhr die Schulleitung der Stadtschule über den Vorfall unterrichtete, hat das Kollegium sofort reagiert. „Wir haben alle Eingänge dicht gemacht und die Schüler in den Klassen gelassen“, erklärt Rektorin Brigitte Naber. Die Schüler seien so lange unter Schutz gestellt worden, bis die Polizei Entwarnung gegeben habe. Da der Unterricht nach der sechsten Stunde vorbei war, mussten die Fahrschüler deshalb zunächst auf den Transport nach Hause verzichten.

„Wir durften vor 14 Uhr die Schule nicht verlassen“, sagt ein 15-jähriger Achtklässler aus Bad Nenndorf. Es habe eine Durchsage gegeben, dass die Schüler nicht hinaus dürften und die Lehrer hätten die Türen bewacht, damit niemand die Klassen verlässt. Ein Grund sei ihnen nicht genannt worden. Der 15-Jährige bemerkte durch ein Fenster lediglich Polizisten auf dem Schulgelände.

Schließlich ist wohl doch etwas durchgesickert, denn es hieß, ein bewaffneter Mann treibe sich an der Schule herum. Dem war aber nicht so, wie der Leiter des Kommissariats Michael-Andreas Meier angibt. Weder an der Schule noch an den Bushaltestellen sei der Mann aufgetaucht. Deshalb wurde dann Entwarnung gegeben. Die Maßnahme als solche hielt die Polizei für notwendig. „Die Sperrung der Schule haben wir veranlasst, weil wir eine Gefährdung der Tochter nicht ausschließen konnten“, sagt Meier.

Wie der Kommissariatsleiter erklärt, habe die Mutter um 12.43 Uhr den Notruf 110 gewählt. Daraufhin sei das Nenndorfer Kommissariat von Inspektion alarmiert worden. Die Mutter habe befürchtet, der 35-Jährige würde mit der Waffe zur Schule fahren. Sie habe angegeben, ihr Mann wollte die Tochter abholen. Die Nenndorfer Beamten gehen von einem Beziehungskonflikt aus. Die Motive des Mannes, der sich bei der Polizei Seelze meldete, angeblich um die Waffe abzugeben, und dessen psychische Konstitution wird jetzt unter die Lupe genommen. „Wir werden alles tun, um herauszukriegen, ob von ihm eine Gefahr ausgeht“, sagt Meier. Der Helsinghäuser hat keinen Waffenbesitzkarte für das Kleinkalibergewehr. Die Polizei hatte gestern in der Wohnung zudem einen frei verkäuflichen Gasrevolver gefunden.

Dankenswerterweise habe die Schaumburger Verkehrsgesellschaft dafür gesorgt, dass die Schulbusse einen weitere Runde gemacht haben, meint die Stadtschulleiterin. Nach der Freigabe der Schule seien alle Fahrschüler durch die Extratouren sicher nach Hause transportiert worden.

 

    SCHAUMBURGER WOCHENBLATT VOM 12.01.2011
   
       
 

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