Schaumburger Nachrichten vom 12.April 2006
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Elterninformationen zu diesem Thema
Originaltext:
Keine Rückmeldung wegen tätiger Gewalt
Ministeriumssprecher:
Stadtschule geht Probleme an/Eltern
sollten sich an Behörden wenden
Rodenberg. Den Begriff ,,Wegsehmentalität“ an der Stadtschule Rodenberg weist Georg Weßling, Pressesprecher des niedersächsischen Kultusministerium, in Übereinstimmung mit der Schulleitung und der Landesschulbehörde zurück. ,,Die Schule hat bei den Vorkommnissen in der 6. Klasse unmittelbar reagiert und tut dies auch jetzt. Klassenkonferenzen haben stattgefunden, und es wurden Ordnungsmaßnahmen nach Paragraph 61 des Schulgesetzes beschlossen und durchgeführt. Die Schule hat den Anspruch der restlosen Aufklärung und der transparenten Aufarbeitung etwaiger Vorkommnisse.“ Es gebe keine Rückmeldungen über die Haupt- und Realschule Rodenberg, wonach diese Schule als Schule ,,tätiger“ Gewalt eingeschätzt werden müsste, teilte Weßling jetzt den SN mit. Die Stadtschule sei „Schule im Qualitätsnetzwerk Schaumburg“ und mit dem Gütesiegel „Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“ ausgezeichnet worden. Sie habe außerdem im Oktober 2005 eine Schulinspektion mit insgesamt positivem Ergebnis abgeschlossen. Oft seien‚ Außenstehende in der Schule gewesen und hätten direkten Einblick in die pädagogische Arbeit genommen. „Während der Inspektion sind Gespräche mit allen an der Schule beteiligten Gruppen (unter anderem Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler) geführt worden. Gravierende negative Angaben hat es in diesem Zusammenhang nicht gegeben“, schreibt Weßling. „Vom Schulentwicklungsberater der Schule im Qualitätsnetzwerk wurde das insgesamt eher positive Bild der Schule auf Nachfrage ausdrücklich bestätigt.“ Im Gegensatz gehe es bei allen SN-Berichten immer um die selbe 6.Klasse und um die selben Mädchen als Ausgangspunkt von Belästigungen anderer Schüler. Die Stadtschule Rodenberg habe jedoch insgesamt 36 Klassen mit 853 Schülern, die nun alle in nicht angemessener Weise als gewaltbereit und verhaltensauffällig dargestellt worden seien. „Die Stadtschule hat für jede Schülerin und jeden Schüler ein Schülerbuch als Schulbegleiter, in dem eine Vereinbarung zwischen Eltern, Kind und Schule unterschreiben wird“, schreibt Weißling. Dieses Schülerbuch biete auch die Möglichkeit der schriftlichen Rückmeldung von Eltern bei auftretenden Problemen, sei aber nicht entsprechend genutzt worden. „Es ist unstrittig, dass in der erwähnten 6. Klasse erhebliche Probleme aufgetreten sind und dass in der Schule das davon ausgehende große Gefährdungspotenzial nicht frühzeitig genug erkannt worden ist. Seit geraumer Zeit ist die Schule jedoch in besonderem Maße pädagogisch dieser Klasse aktiv. Die Landesschulbehörden wird sie bei weitern Maßnahmen unterstützen und begleiten.
Streitschlichter ausbilden
Unhabhängig von diesem einen aktuellen Fall bestehe bereits ein Gesprächstermin des zuständigen schulfachlichen Dezernenten mit der Schulleitung und der Steuergruppe der Schule. Mehrere Lehrkräfte seien bereits zu Mediatoren ausgebildet worden und würden in Kürze beginnen, Schüler zu Streitschlichtern auszubilden, erklärt Weißling.
„Die Erarbeitung eines Präventionskonzeptes ist kein statischer, sondern ein fortzuschreinder Vorgang und an der Stadtschule Rodenberg fester Bestandteil des Schulprogramms“, erklärte Weßling. Im 5. und 6. Jahrgangs gebe es das Projekt „Klasse Klasse“ , bei dem soziale Umgangsformen mit der Sozialpädagogin der Schule trainiert werden. Seit dem Schuljahr 2004/2005 laufe das Projekt „Störungsfreier Unterricht“ . Die Gesamtkonferenz habe die Teilnahme am „Buddy-Projekt“ beschlossen, das vom niedersächsischen Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Buddy e.V. ausgeschrieben wurde.
Daraus zieht Weßling folgendes Fazit: „Es gab und gibt vielleicht punktuell Probleme in der Stadtschule Rodenberg. Aber die Schule geht dagegen an, und dabei tut auch der Schulleiter das Seine in angemessener Weise. Es wäre auch sinnvoller, wenn Eltern, die Beschwerden vorbringen wollen, sich zuerst an uns, das heißt an die Schulleiter, die Landesschulbehörde und das Kultusministerium wenden. Nur wenn den zuständig Behörden ein Vorfall bekannt ist, können sie tätig werden.“
Wo ist der Schulleiter präsent?
Der Schulleiter sei jeweils montags während der zweiten Unterrichtsstunde und der darauffolgenden großen Pause in der Außenstelle präsent, teilte der Pressesprecher des Kultusministeriums, Georg Weßling mit. Der Realschul-Konrektor und der Hauptschul-Konrektor sind mittwochs und donnerstags dort. Diese Präsentsstunden sind als Sprechstunden für Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte eingerichtet und dienen so der Information der Schulleitung und dem Austausch über das Geschehen in der Außenstelle. Eine Lehrkraft ist als Vertrauenslehrkraft und Vertretung der Schulleitung in der Außenstelle, so dass dort nichts anbrennen kann und der Informationsfluss gesichert ist. „Seit dem 1.Februar sei in der besagten 5. Klasse eine ständige Deutschlehrkraft eingesetzt. Zuvor seien zwei Lehrkräfte in der Klasse gewesen, insgesamt also drei (nicht vier wie in der SN berichtet). Seit der Erkrankung des Klassenlehrers sei bereits vom Ende der Weihnachtsferien an eine Lehrerin als ständige Klassenlehrerin in der besagten 6. Klasse eingesetzt.
Beobachtung nicht im Unterricht
Die Mutter des betroffenen Schülers Daniel und ihr Lebensgefährte hätten keine Beobachtungen während des Unterrichts gemacht, sondern allenfalls in der kleinen Pause nach einer 5.Unterrichtsstunde Beobachtungen machen können, teilt Pressesprecher Georg Weßling zu einer konkreten Schilderung den SN mit. „Da waren die Schüler bereit angekleidet und wollten den Raum verlassen. Daniel war an diesem Tag vorzeitig nach Hause gegangen.“ Die Mutter habe den Mitschülern mitteilen wollen, dass das Verhalten der Klasse der Grund dafür gewesen sei. Die Klassenlehrerin habe sie dabei unterstützt.